Montag, 2. März 2026

McFadden, Freida – Der Freund

Über die Autorin

Freida McFadden wurde am 01. Mai 1980 in New York City geboren und wuchs auch dort auf. Der Name ist ein Pseudonym. Sie ist vor allem für ihre Psychothriller bekannt, darunter der internationale Bestseller »Wenn sie wüsste«. Sie absolvierte ihr Grundstudium an der Harvard University und studierte dann Medizin. Sie praktiziert als Ärztin mit Spezialisierung auf Hirnverletzungen.
Ihre schriftstellerische Laufbahn begann McFadden 2013. Viele ihrer Bücher wurden in über 40 Sprachen übersetzt und erreichten Spitzenplätze auf internationalen Bestsellerlisten. 
McFadden lebt mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern in der Nähe von Boston.


Der Freund


Autorin: Freida McFadden (Pseudonym)
Titel: Der Freund
Genre: Thriller
Seitenzahl: 400
Erscheinungsdatum: 10. Dezember 2025
Verlag: Heyne Verlag

Preis: 17,00 € (Paperback)

Meine Bewertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️/5

 

Hohe Naivität

Sydney, Bonnie und Gretchen sind drei Freundinnen, die in ihrem Bestreben auf der Jagd nach dem richtigen Mann unermüdlich sind. Sydney und Bonnie sind ständig darauf aus, einen Mann kennenzulernen und lassen dabei jede Vorsicht außer Acht. Gretchen hat offensichtlich den richtigen Mann bereits gefunden. Alle drei erwecken nicht gerade den intelligentesten Eindruck. Red Flags werden ignoriert oder gar nicht als solche erkannt. Plötzlich ist eine von den drei Freundinnen nicht mehr am Leben.

Partnersuche per Dating-Portal

Sydney sehnt sich schon lange nach einer festen Beziehung. Eine Dating-App soll sie schneller an ihr Ziel bringen. Bonnie wohnt im selben Haus, benutzt die gleiche Dating-App und bezeichnet diese als Lotterie. Mindestens sieben Dates pro Woche nimmt sie wahr. Sie hatte kürzlich eine Verabredung mit einem Arzt und ist hin und weg. Diese Bekanntschaft wird nicht ohne Folgen bleiben.

Sydney lernt einen Mann über die Dating-App kennen und schon bald kommt es zur ersten Kontaktaufnahme mit einem Kevin. Da er laut Foto und Beschreibung genau ihren Vorstellungen entspricht, vereinbaren die beiden ein Treffen in einem Restaurant. Sofort macht sich bei Sydney Enttäuschung breit. Das Foto hat überhaupt keine Ähnlichkeit mit dem Typ, der vor ihr steht. Der versucht alles schön zu reden, benimmt sich merkwürdig, besudelt sich beim Essen und lässt Sydney am Ende die Rechnung bezahlen.

Beim Gehen wird er anzüglich und will Sydney begrapschen. Sie gibt ihm klar zu verstehen, dass sie nicht an weiteren Treffen interessiert ist. Aus dem Dunkeln erscheint ein Mann, der ihr seine Hilfe anbietet. Aber Kevin lässt nicht locker. Er entpuppt sich als Stalker und erscheint immer wieder auf der Bildfläche. Der Unbekannte hingegen erscheint ihr so sympathisch, dass sie ihn gern näher kennenlernen möchte. Sie trifft sich mit ihm, aber irgendetwas scheint mit diesem Tom nicht zu stimmen, und Sydney fühlt sich in seiner Nähe unwohl.

Der Plot wechselt zwischen Gegenwart (Sydney) und Vergangenheit (Tom) mit zwei Zeitebenen. Die Erzählung nimmt Fahrt auf, falsche Fährten werden gelegt. Man hat eine Ahnung davon, dass die beiden Stränge irgendwann zusammenlaufen werden, aber man weiß nicht wie.

Ist Tom ein Soziopath?

In Rückblenden lernen wir Tom in einem separaten Handlungsstrang kennen. Man erfährt, dass er einen gewalttätigen Vater hat, der ständig betrunken ist und seine Frau schlägt. Toms Mutter nimmt dies widerstandslos hin, aber Tom überlegt, wie er dem ein Ende setzen kann.

Tom erzählt aus seiner Sicht, wie Treffen mit Daisy verlaufen. Die beiden kennen sich schon seit der gemeinsamen Schulzeit. Er wirkt schüchtern und weiß zunächst nicht, wie er sich Daisy nähern soll, obwohl die es mit ihrem Verhalten ihm leicht macht. In seiner Fantasie denkt er darüber nach, was er mit Daisy gerne machen möchte, und das sind nicht ausschließlich gute Gedanken.

Freunde seit der Schulzeit

Tom und Slug kennen sich schon seit der gemeinsamen Highschool Zeit. Beide muss man als Außenseiter der Gesellschaft bezeichnen, deren Vorlieben zu extremem Verhalten führen. Der Eine (Tom) sieht gut aus, ist klug und kann sehr charmant sein. Er möchte in der Gesellschaft dazugehören und am Leben teilhaben. Er unternimmt alles Mögliche, um sein Ziel zu erreichen. Er versteht es, das Interesse des weiblichen Geschlechts auf sich zu ziehen.

Der Andere (Slug) steht zu dem, was er ist. Er unternimmt keinerlei Anstrengungen, um sich anzupassen. Ab und zu verspeist er Insekten. Er hätte gerne eine Freundin, hat aber bei Mädchen keine Chance. Mit Slug möchte außer Tom niemand etwas zu tun haben. Als Leser tappt man länger darüber im Dunkeln, was die beiden verbindet.

Die Handlungen und Charaktere der Hauptfiguren sind gut beschrieben. Die Nebenfiguren sind dem Plot dienlich, sind aber nicht in der Tiefe ausgearbeitet. Die Autorin streut bewusst verschiedene Spuren auf mögliche Täter, die dann aber ins Leere laufen. Der Plot ist voller Wendungen, die für Verwirrung sorgen. Spannung ist damit gegeben.

Der Inhalt liest sich leicht und flüssig. Die Kapitel sind angenehm kurz und enden oft mit einem Cliffhanger. Die Handlung ist gespickt mit unvorhersehbaren Plot Twists. Man kann Vermutungen darüber anstellen, wer hier schuldig und wer unschuldig ist. Das Ende hält auf jeden Fall einige Überraschungen parat.


Fazit

Freida McFadden hat sich innerhalb kurzer Zeit einen Namen als Thrillerautorin mit leicht verständlichem Inhalt ohne psychologischen Tiefgang gemacht. Ihre Bücher haben einen hohen Unterhaltungs- und Wiedererkennungswert. Da kann man über einen inhaltlichen Fehler auch einmal wissentlich hinwegsehen, der m.E. ohnehin zu Lasten eines Lektorats gehen müsste.  
Die meisten Bücher der Autorin sind Stand Alones. Die Cover sind farbig gestaltet, ebenso der Seitenschnitt. Die Titel sind kurz und einprägsam.
Fans von ihr können sich freuen, da bereits drei weitere Ausgaben für 2026 geplant sind.
 
Quellenangabe
Text über die Autorin: Wikipedia

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