Donnerstag, 8. Januar 2026

Calden, Saskia – Das geheime Zeichen

Über die Autorin

Saskia Calden wurde 1977 im Berchtesgadener Land geboren. Ihre Leidenschaft für das Schreiben und Erzählen von Geschichten entstand schon in der Kindheit. Seit eine ihrer Kurzgeschichten dem Nachbarsjungen eine schlaflose Nacht bescherte, war ihr Eifer geweckt. Ihr Debüt »Der stille Feind« wurde für den Deutschen Selfpublishingpreis nominiert. Ihr zweiter Psychothriller »Die Rachsüchtige« landete auf Platz 1 der Amazon-Kindle-Bestsellerliste – ebenso wie »Der Puppenwald«, der 2024 erschienene erste Band der Evelyn-Holm-Thrillerserie.


Das geheime Zeichen


Kategorie: Thriller
Ort der Handlung: Freiburg
Erstausgabe: Taschenbuch (07/25; 411 S.)
Schlagworte: Freiheitsberaubung, Misshandlung, Folter, Vergewaltigung
Meine Bewertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️/5


Eine grausige Entdeckung

Ein neuer Fall für Evelyn Holm von der Freiburger Mordkommission. In einem Handlungsstrang, der in der Gegenwart spielt, wird bei Sanierungsarbeiten im Keller eines dreißig Jahre alten Hauses ein Skelett gefunden. Die Person wurde in Zement gegossen, bevor man sie eingemauert hat. Das Skelett hat eine Kette umgehängt.

Was hat es mit dieser Kette und dem Anhänger auf sich? Der Anhänger stellt eine Raute dar, in der sich geschwungene Linien in Form einer abstrakten Blüte kreuzen. Dieses Zeichen zieht sofort die Aufmerksamkeit von Evelyn an. Es treten Erinnerungen von vor dreißig Jahren auf, mit denen sie bis heute nicht abschließen konnte.

Ein paralleler Handlungsstrang führt uns zurück in die Vergangenheit. Dort lernen wir Viola Simon kennen. Sie träumt von einer Karriere als Malerin. Sie hat Talent, wie einige Gemälde von ihr beweisen.

Ein Wiedersehen mit Folgen

Viola begegnet zufällig Anna, mit der sie gemeinsam zur Schule gegangen ist. Anna will ihr behilflich sein, um in einen elitären Club aufgenommen zu werden, in dem Anna selbst Mitglied ist. Sie verspricht Viola, dass in diesem Club ihr Talent gefördert werden kann. Viola gelingt es schließlich, Mitglied in diesem Club zu werden. 

Dieser Eliteclub ähnelt einer Sekte und birgt ein dunkles Geheimnis in sich. Wer eine Mitgliedschaft erreicht, kann zu Erfolg und Ruhm gelangen, wenn derjenige sich an gewisse Regeln hält. Aber man kann auch tief fallen, wenn man gegen die Interessen dieser kriminellen Brutstätte verstößt. Ein Austritt aus diesem Club ist nicht möglich, jedenfalls nicht auf einem normalen Weg.

Ein persönliches Interesse

Evelyn ist getrieben von Ehrgeiz und persönlichem Interesse, diesen Fall zu klären. Schon aus dem Grund, da es eine Verbindung zu dem Doppelmord an ihren Eltern vor dreißig Jahren zu geben scheint. Man will ihr den Fall entziehen, da ihr Vorgesetzter genau aus diesem Grund einen Interessenkonflikt sieht. Evelyn ermittelt trotzdem weiter und begibt sich dadurch in große Gefahr.

Die Spannung zieht spürbar an, nachdem Evelyns Adoptivtochter Jessica von einer Party nicht nach Hause zurückkehrt. Evelyn erhält einen Drohbrief. Sie soll die Ermittlungen einstellen, andernfalls stößt ihrer Tochter etwas zu. Die Ereignisse überschlagen sich. Evelyn verhaftet einen Tatverdächtigen ohne Haftbefehl, ihr droht ein Disziplinarverfahren.

Eine kriminelle Vereinigung treibt Evelyn in die Enge. Sie kann nicht mehr rational denken und handeln. Nach dem Verschwinden von Jessica läuft alles nur noch über die emotionale Schiene ab.

Parallelen ersichtlich

Vom Charakter kommen fast alle Personen mit Ausahme von Evelyn Holm unsympathisch rüber. Teilweise sind sie gefährlich und unberechenbar. Auch mit Evelyns Kollegen ist es nicht einfach. Zusätzlich bereitet ihr ihre Adoptivtochter Jessica Probleme. Jessica haben wir schon in dem Evelyn-Holm-Thriller »Der Puppenwald« als Opfer einer Entführung kennengelernt. Auch jetzt steht wieder eine Person im Mittelpunkt, die gegen ihren Willen festgehalten und von der Außenwelt abgeschirmt wird. Ihre Fluchtversuche bleiben ohne Erfolg. Die Gründe sind hier allerdings anders gelagert.

Die Geschichte ist stimmig und innovativ erzählt. Man erwartet Antworten darauf, wie lange es schon her ist, dass ein Mensch im Keller eines alten Hauses eingemauert wurde und was der Grund dafür war? Gibt es eine Verbindung zu dem »Club« bzw. zu einer seit langem vermissten Person?


Fazit

Der Schreibstil ist flüssig und leicht lesbar. Die Kapitel sind überwiegend kurzgehalten. Im Verlauf der Handlung nimmt das Pacing merklich zu. Cliffhanger werden an den richtigen Stellen platziert, um den weiteren Verlauf später aufzulösen oder fortzusetzen. Wir begegnen Figuren, die man schon aus den anderen beiden Thrillern kennt. Trotzdem kann man dieses Buch ohne Vorkenntnisse lesen.
Durch häufige Perspektivwechsel bleibt die Geschichte spannend bis zum Schluss, was aber auch der überdurchschnittlich guten Erzählweise der Autorin geschuldet ist. 
Dass Saskia Calden eine Autorin mit Potential ist, hat sie schon in ihren ersten beiden Büchern der Evelyn-Holm-Reihe unter Beweis gestellt. Mit diesem Buch ist ihr ein weiterer Pageturner gelungen. Man darf auf den nächsten Band dieser Reihe gespannt sein (»Ein dunkles Versteck«, 31. März 2026).
 
Quellenangaben
Text über die Autorin: Innenseite © Saskia Calden, 2025
Buchcover: Edition M, Imprint von Amazon Publishing

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