Über den Autor
Anders de la Motte, geboren 1971, arbeitete mehrere Jahre als Polizist in Stockholm und in der Security-Branche, bevor er Schriftsteller wurde. 2010 erhielt er für sein Debüt »Game« den Preis der Schwedischen Akademie der Krimiautoren. Sein Roman »UltiMatum« wurde 2015 als bester schwedischer Kriminalroman ausgezeichnet. In Schweden sind seine Romane Nummer-1-Bestseller. Mit »Sommernachtstod« gelang ihm auch in Deutschland der Sprung auf die Bestsellerliste. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Malmö.
Autor: Anders de la Motte
Titel: Rostiges Grab (Leo Asker #3)
Genre: Kriminalroman
Erscheinungsdatum: 01. Dezember 2025
Seitenzahl: 512
Verlag: Verlagsgruppe Droemer Knaur
Preis: 17,99 € (Paperback); 12,99 € (E-Book)
Meine Bewertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️(Score 84/100)
Reihenfolge (mit einem Klick zur Rezension):
1. Stille Falle
2. Eisiges Glas
3. Rostiges Grab
Was hat es mit dem Graumädchen auf sich?Einer Legende nach wacht das »Graumädchen« über den Rostskogen. In eingeschobenen Passagen erfahren wir mehr darüber, wie sie in Urzeiten einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist und wie sie sich rächt. Der Tod ist ihr Gefährte. Der Mythos des Rostskogen und des »Graumädchens« begleitet uns über den gesamten Inhalt des Buches.
Ein weiterer Fall datiert aus dem Jahr 2013. Wieder wird im Rostskogen eine Tote in einer alten ehemaligen Torffabrik gefunden. Die zu diesem Zeitpunkt neunundzwanzigjährige Elena Resare wurde erstochen. Als Hauptverdächtigter ist ihr Mann Björn Resare in den Fokus gerückt. Der konnte leider nie gefasst werden und so ging der Fall als Cold Case in die Akten ein. Die Art und Weise, wie die Frau ums Leben kam, erinnert an die Leiche im Moor. Auffallend dabei ist, dass ihr wie beim »Graumädchen« der linke Ringfinger abgetrennt wurde. Und der taucht plötzlich wieder auf – gut erhalten in Formalin konserviert. Was hat das zu bedeuten?
Ein Cold Case für die verlorenen Seelen
Leonore Asker wird dieser Cold Case zugespielt. Kann sie ihn lösen oder nimmt sie die sich ihr bietende Chance wahr, die Abteilung der verlorenen Seelen zu verlassen und ihre Karriere durch eine Beförderung wieder in Gang zu bringen? Viel hängt davon ab, ob Asker ihre Mitarbeiter Rose, Zafer, Attila und Virgilson zur Zusammenarbeit motivieren kann. Die haben etwas von Leos Abwanderungsgedanken mitbekommen und befassen sich zunächst nur widerwillig und leidlich motiviert mit dem Fall. Diese mystisch dichte Atmosphäre verlangt Asker und ihrem Team alles ab.Daher bittet sie Hill um Unterstützung. Obwohl ihn seine Erlebnisse aus dem letzten Fall (»Eisiges Glas«) an den Rand seiner psychischen Belastungsgrenze gebracht hat. Aktuell ist er deswegen sogar in psychischer Behandlung wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Aber da diese ehemalige Torffabrik ein idealer Lost Place für einen Urbexer wie Martin Hill ist, kann er ihr die Bitte nicht ausschlagen.
Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen. In erster Linie aus der Sichtweise von Asker und ihrem Jugendfreund Martin Hill. Mehrmals blicken wir zurück in die Vergangenheit, wo man mehr über Askers Familie und ihren Werdegang erfährt. Für diese Art des Settings hat der Autor ein Fable. Das war schon in den ersten beiden Bänden aus dieser Reihe der Fall.
Eine alte Schuld
Anders de la Motte hat einen atmosphärisch dichten Kriminalroman mit einer überzeugenden Ermittlerin Leonore Asker geschrieben. Obwohl man schon früh erkennen kann, wer der gesuchte Mörder ist, tut das der Spannung keinen Abbruch, weil sich die Überführung des Täters intensiv gestaltet.Das Buch endet mit einem Cliffhanger. Leos Vater Prepper-Per bittet Martin um Hilfe bei der Eintreibung einer alten Schuld. Was meint der wohl damit? Und ist Hills neue Freundin Vilde die, für die sie sich ausgibt? Mit diesem Momentum weckt der Autor das Interesse auf den kommenden Band der Reihe, wo dieser Cliffhanger hoffentlich seine Auflösung findet. Der vierte Band erscheint unter dem Titel »Nachtjäger« Anfang Dezember.
Fazit
Mit dem Setting lehnt sich der Autor an die bisher erschienen Bücher der Reihe an. Es ist eine Mischung aus beklemmend düsterer und mystischer Atmosphäre. Wer Nordic-Noir mit einem Mix aus natürlichen und übersinnlichen Ereignissen mag, ist hier genau richtig. Der Schreibstil ist leicht, flüssig lesbar und bildgewaltig. Ab und an schleichen sich kleine Längen in den Plot ein.Die einzelnen Kapitel haben eine überschaubare Länge und springen des Öfteren zwischen Asker und Hill, um jeweils mit einem Cliffhanger zu enden.
Da Figuren und Ereignisse aus dem vorherigen Band »Eisiges Glas« zitiert werden, empfehle ich den Vorgänger von »Rostiges Grab« zuerst zu lesen.
Quellenangaben










