Über den Autor
Andreas Gruber wurde 1968 in Wien geboren. Er ist ein österreichischer Schriftsteller, der vorranging in den Genres Phantastik, Horror und Thriller schreibt. Er beschäftigt sich seit 1996 konkret mit dem Schreiben.
Viele seiner Werke und Geschichten sind mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet oder für diese nominiert. 2019 hat Constantin Film im Auftrag von SAT.1 damit begonnen, seine Maarten-S.-Sneijder-Reihe zu verfilmen.
In seiner Freizeit gibt Andreas Gruber Schreibworkshops, ist begeisterter Kinogeher, reist viel mit seiner Frau, spielt leidenschaftlich gern Schlagzeug und wartet bis heute vergebens auf einen Anruf der Rolling Stones.
Herzfluch
Autor: Andreas Gruber
Titel: Herzfluch (Herz-Reihe, Band 2)
Genre: Thriller
Seitenzahl: 608
Erscheinungsdatum: 19. November 2025
Verlag: Goldmann Verlag
Preis: 17,00 € (Paperback)
Meine Bewertung: ⭐️⭐️⭐️/5
Alte Bekannte
Bereits 2013 konnte man in der »Herz-Reihe« den Band 1 »Herzgrab« lesen. Das Buch wurde mittlerweile neu aufgelegt und mit einem neuen Cover gestaltet. Damals wie heute sind die Wiener Privatdetektivin Elena Gerink sowie die Wiener BKA-Beamten Peter Gerink (Elenas Mann) und dessen Kollege Dino Scatozza im Einsatz. Einen gewissen Zündstoff beinhaltet die Tatsache, dass die Dezernatsleiterin Lisa Eisert beim BKA in Wien nicht nur die Vorgesetzte von Gerink und Scatozza ist, sondern auch die Schwester von Elena.
Zwei scheinbar zusammenhanglose Fälle
Die Privatdetektivin Elena Gerink soll im Auftrag von Balthasar Grabowski einen Mörder finden, der seine sechzehnjährige Enkelin Nina vor fünfzehn Jahren umgebracht hat. So ist zumindest die Version des Klienten. Seiner Meinung nach ist der damalige Angeklagte Thomas Dannenberg zu Unrecht freigesprochen worden. Nach ersten Recherchen von Elena hält sich der Gesuchte in Athen auf. Mit Einwilligung ihres Auftraggebers reist sie nach Griechenland. Geld spielt für den todkranken Grabowski dabei keine Rolle.
Gleichzeitig sind auch Peter Gerink und Dino Scatozza in einer Vermisstensache in Griechenland unterwegs. Sie sollen in der griechischen Inselwelt eine vermisste Rucksacktouristin aufspüren. Seit vier Tagen wird die zwanzigjährige Anna Klein aus Wien vermisst. Die Spurensuche in der Athener High Society gestaltet sich dabei äußerst schwierig und bleibt zunächst erfolglos.
Ein zäher Einstieg
Über eine lange Distanz erfahren wir abwechselnd, wie Elena in der Suche nach Thomas Dannenberg Informationen sammelt und was Peter und Dino über die vermisste Anna Klein herausfinden. Lange laufen diese beiden Handlungsstränge parallel nebeneinander. Sehr viel später werden sie zu einer Ebene auf einer kleinen fiktiven Privatinsel zusammengeführt. Elena, Peter und Dino tauchen dabei in die Welt der griechischen Mythologie ein. Man erfährt mehr über das Umfeld eines geheimnisvollen Künstlers, der für seine ausdrucksstarken Werke bekannt ist. Die Stärke der drei Ermittler ist ihre professionelle Einstellung, gegenseitiges Verständnis und ihr Zusammenhalt, wenn es darauf ankommt.
Der Autor nimmt sich viel Zeit und Raum, um den Rahmen des Geschehens vorzubereiten. In beiden Fällen gestalten sich die Ermittlungen langatmig und zäh.
Es fällt teilweise schwer, sich durch die einzelnen Seiten zu lesen, da über eine zu lange Zeit kaum oder sehr wenig Spannung aufkommt. Ab und zu legt Gruber falsche Fährten, was die Spannung kurzfristig anhebt.
Je mehr Informationen und Hinweise die Ermittler bekommen, desto undurchsichtiger und mysteriöser werden die beiden Fälle. Rücksprünge in die Vergangenheit machen die Geschehnisse dabei transparenter. Ein probates Mittel, um Handlungsabläufe besser einordnen zu können.
Packendes Szenario
Man muss Geduld haben beim Lesen, um die Zusammenhänge besser zu verstehen und die darin vorkommenden Personen richtig zuordnen zu können. Was Gruber an Handlung nach über einer Hälfte in den Plot packt, sprengt das normale Denkvermögen. Man muss sich einlassen können in die griechische Mythologie, um dem einigermaßen folgen zu können. Es geschehen Dinge, die unvorstellbar, grausam und ekelerregend sind. Letztendlich führt der Autor die Leser zu einem gruseligen Ende. Was es mit dem Titel »Herzfluch« auf sich hat, wird man ebenfalls erfahren.
Ein klischeelastiger Plot
Der Plot ist mir zu klischeelastig. Elenas Dobermannhündin muss eingeschläfert werden. Die Hündin bleibt Thema ihrer Selbstgespräche. Zurück an ihrem Wohnort gibt es ein Hundegrab mit Urne. Später auf der Insel ist es der kleine Streuner Rhodos, der Zugang in die Handlung findet. Einen kleinen Jungen hält sie in den Armen wie ein eigenes Kind und lässt es nicht mehr los. Die Ermittler Gerink und Scatozza glänzen mit Sprüchen und Sticheleien untereinander, die auch schon mal zotig sein können. Selbst die Honeymoon Suite, die man schon aus dem Buch »Herzgrab« kennt, findet wieder Erwähnung.
Fazit
Wer erinnert sich nicht gern an die spannungsgeladenen Fälle des niederländischen forensischen Psychologen Maarten S. Sneijder und seiner ehemaligen Studentin Sabine Nemetz sowie des humpelnden Wiener Privatdetektivs Peter Hogart. Wer hier ähnliches erwartet, wird über zwei Drittel des Buches vielleicht enttäuscht sein.
Warum Gruber nach über zehn Jahren die Wiener Privatdetektivin Elena Gerink sowie deren Mann Peter und dessen Partner Dino Scatozza vom Wiener BKA wieder zum Leben erweckt hat, erläutert er in einer Danksagung am Ende des Buches.
Beide Bücher der Herz-Reihe können unabhängig voneinander gelesen werden, auch wenn die schon bekannten Hauptfiguren wieder ermitteln.
Quellenangabe
Text über den Autor: Wikipedia und www.agruber.com
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