Über den Autor
Colin Walsh stammt aus Galway und lebt in Belgien. Für sein Schreiben wurde er mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Seine Texte erschienen unter anderem in The Stinging Fly und The Irish Times und wurden auf RTÉ Radio 1 sowie BBC Radio 4 ausgestrahlt. Kala ist sein erster Roman, der bereits 2023 in englischer Sprache erschien. Das Buch wurde international zu einem großen Bestseller.
Kala
Autor: Colin Walsh
Titel: Kala
Genre: Roman, Kriminalroman
Erscheinungsdatum: 12. Januar 2026
Seitenzahl: 482
Verlag: Gutkind Verlag
Preis: 24,00 € (Paperback); 9,99 € (E-Book)
Meine Bewertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (Score 94/100)
Ein starkes Debüt eines irischen Autors
»Kala« ist der Debütroman des irischen Autors Colin Walsh. Mit diesem komplexen Werk hat Walsh mehr als eine Kriminalgeschichte geschrieben, die zwischen Freundschaft und Gewalt pendelt. Es ist gleichzeitig ein Drama zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die man als Noir bezeichnen kann. Das Buch ist bereits im Jahr 2023 in der englischen Ausgabe erschienen und wurde international zu einem großen Bestseller. Nun liegt die deutsche Ausgabe vom Berliner Gutkind Verlag vor.
Eine Clique im Zentrum des Geschehens
Die Freundschaft von sechs Teenagern im Coming-of-Age Alter steht im Mittelpunkt der Geschichte. »Kala« ist ein intensiv geschriebener Roman. Auf der einen Seite geht es um Gefühle und Verdrängung, wenn es um die Figuren von damals und den drei Haupterzählern in der Gegenwart geht. Aber der Roman ist auch brutal und das betrifft nicht nur den Kriminalfall.Die Erzählung startet im Sommer 2003 in dem irischen Touristenort Kinlough. Im Vordergrund steht dabei eine unzertrennliche Clique von sechs Jugendlichen im Alter von dreizehn Jahren. Katherine »Kala« Lanann, Aoife und Helen sowie die Jungs Aidan, Joe und Mush erleben eine unbeschwerte Zeit. Kala ist selbstbewusst und empathisch, aber auch charismatisch. Sie möchte immer im Mittelpunkt stehen.
An einer Stelle des Textes ist zu lesen, dass Kala mit dem Fahrrad einen Hügel hinunterrast und am Fuß des Hügels durch eine schmale Lücke blindlings die stark befahrene Hauptstraße überquert. Lediglich Mush folgt ihr. Laut Helen war er immer der Mutigste in der Gruppe.
Die unbeschwerte Zeit nimmt ein jähes Ende, als Kala spurlos verschwindet und nicht wieder auftaucht. Es folgen Jahre des Schweigens. Die Erzählung erfährt ihre Fortführung im Sommer 2018, fünfzehn Jahre später. Man findet menschliche Überreste im Wald. Es ist der Zeitpunkt, als sich drei Freunde der ehemaligen Clique wiedersehen. Wie gehen Helen, Joe und Mush mit dieser Nachricht um? Alte Erinnerungen von damals werden wieder wach. Sie kommen nicht umhin, sich der Vergangenheit zu stellen.
Sie erzählen abwechselnd aus ihrer Sicht, was sich im Jahre 2003 und fünfzehn Jahre später ereignet hat und stellen dabei immer noch Vermutungen an, was mit Kala geschehen sein könnte. Diese drei hatten eine besondere Beziehung zu Kala. Für Joe war es seine erste große Liebe, für Helen ihre beste Freundin und für Mush seine Vertraute. Das Einflechten der Rückblenden in die Erzählungen der Gegenwart ist dem Autor sehr gut gelungen.
Wenn die Gegenwart die Vergangenheit einholt
Helen lebt und arbeitet als freiberufliche Autorin in Kanada. Nach eigener Aussage »über einem beschissenen Pizzaladen in einer beschissenen Stadt« (Buchzitat). Sie hat nichts und niemanden und kehrt nur widerwillig in ihre alte Heimat zur Hochzeit ihres Vaters zurück. Joe ist mittlerweile ein gefragter Musiker und kommt nach Kinlough, um ein Konzert im Flanagan’s zu geben. Er versucht, der Vergangenheit durch Alkohol zu entfliehen. Manchmal ist er so zugedröhnt, dass er am nächsten Tag nicht mehr weiß, was tags zuvor geschehen ist. Mush hat Kinlough nie verlassen und arbeitet im Café seiner Mutter.Die Vergangenheit und deren Hintergründe werden allmählich aufgearbeitet. Es drängen sich Fragen auf: Warum ist Kala plötzlich nicht mehr da und was ist mit den anderen aus der ehemaligen Clique geschehen? Wo rühren die Narben her, die Mush im Gesicht hat? Es wird Spannung aufgebaut, je mehr man aus der Vergangenheit erfährt. Das Erzähltempo nimmt zu, der Ton wird rauer. Gewalt und die Beschädigungen der Beteiligten treten dabei immer mehr in den Vordergrund. Beim Lesen stellt sich ein Gefühl ein, dass man der Aufklärung der Ereignisse aus der Vergangenheit immer näherkommt.
Fazit
Die einzelnen Figuren sind intensiv gezeichnet. Die Hauptfiguren sind vielschichtig und authentisch. Die Beschreibungen driften dabei nie ins Klischeehafte ab. Der Autor hat in seinen Erzählungen auch einen Blick auf die Abgründe in der irischen Gesellschaft und der Korruptheit der Polizei geworfen.
Es ist kein Roman zum Einfach-weg-lesen. Es geht um Freundschaft, Verlust, Schuld, Verzweiflung, aber auch um Verdrängung. Das hat Walsh alles gut miteinander verbunden. Wenn man sich intensiv mit dem Stoff befasst, wird man Freude an diesem Buch haben.
Gut gelungen und sinnvoll finde ich den Index der Hauptfiguren am Anfang des Buches. Man bekommt dabei eine bessere Sichtweise auf die einzelnen Familienverbände.
Es ist kein Roman zum Einfach-weg-lesen. Es geht um Freundschaft, Verlust, Schuld, Verzweiflung, aber auch um Verdrängung. Das hat Walsh alles gut miteinander verbunden. Wenn man sich intensiv mit dem Stoff befasst, wird man Freude an diesem Buch haben.
Gut gelungen und sinnvoll finde ich den Index der Hauptfiguren am Anfang des Buches. Man bekommt dabei eine bessere Sichtweise auf die einzelnen Familienverbände.
Text über den Autor: Wikipedia, Amazon
Rezensionstext: © V. Kaiser; KI-generiertes Foto von der irischen Kleinstadt Kinlough
Rezensionstext: © V. Kaiser; KI-generiertes Foto von der irischen Kleinstadt Kinlough


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