Über den Autor
Elias Haller wurde 1977 geboren. Er lebt, arbeitet und schreibt in Chemnitz. Den Zündstoff für seine packenden Thriller bezieht er aus seiner beruflichen Erfahrung mit Rechtsbrechern und deren Opfern. Seine Leidenschaft fürs Schreiben ermöglicht es ihm, (kaltblütige) Mörder und (tragische) Helden aufeinander loszulassen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. 2015 veröffentlichte er seinen ersten Thriller »Tod und tiefer Fall«. Der Roman erreichte sofort die Spitze der Amazon-Kindle-Charts. Unter dem Pseudonym Nicholas Vega hat er mehrere Fantasy-Bestseller geschrieben.
Signalrot
Autor: Elias Haller
Titel: Signalrot (Tara-Kronberg-Reihe #1)
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 13. Mai 2025
Seitenzahl: 461
Verlag: Edition M Amazon Selfpublishing
Preis: 14,99 € (Taschenbuch); 4,49 € (E-Book)
Meine Bewertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (Score 89/100)
Die Neue im LKA Sachsen
Nach der Auszeit
Zwei Jahre ist es her, dass sich Tara Kronberg eine Auszeit genommen hat. Nachdem ihr Vater gestorben war und sie erfahren hat, dass sie keine Kinder bekommen kann, ist ihre Beziehung zerbrochen. Sie stand kurz vor einem Burn-Out. Aus diesen Gründen hat sie die Ruhe und Abgeschiedenheit in einem japanischen Kloster gesucht, um die privaten Schicksalsschläge zu verarbeiten.Kronberg war vor ihrer Auszeit stellv. Leiterin des Morddezernats K11. Jetzt soll sie die Ermittlungen koordinieren und verbessern mit ihrem Gespür und den richtigen Ansätzen. So soll sie die Kripo bei der Suche nach einem sadistischen Serienmörder unterstützen und wird schnell in einen Sog hineingezogen.
Kein freundlicher Einstieg
Taras Einstieg bei der neu eingerichteten Sondereinheit ist nicht gerade erfreulich. Man legt ihr Steine in den Weg, wo es nur geht. Der ihr zugeteilte Kriminaloberkommissar Gabriel Schneider hat eine befleckte Vergangenheit. Er besteht darauf, nur im Innendienst tätig zu sein. Außerdem hat er ein Verhältnis mit der Vorgesetzten Dr. Kim Rosenstein, die alles andere als erfreut über die neue Mitarbeiterin ist. Als Büro stellt man Tara eine dunkle Kammer zur Verfügung ohne die erforderlichen IT-Ressourcen. Man verwehrt ihr Zugang zu Unterlagen und der aktuelle Stand der Ermittlungen wird ihr ebenfalls vorenthalten.Tara ist sich nicht sicher, ob sie Schneider trauen kann. Er hat als Personenschützer einem Minister die Nase gebrochen, weil der eine Prostituierte verprügelt hat. Er ist Vater einer fünfjährigen Tochter, die er nicht häufig sieht, da die Mutter den Umgang behindert.
Erinnerungen an ein MärchenIn dem hier beschriebenen Fall geht es um einen psychisch gestörten Täter, der seine Befriedigung im Sadismus findet. Er lässt junge Frauen in roten Schuhen tanzen, bevor er sie tötet und Post Mortem verstümmelt. Der Fall wird schnell persönlich für Tara. Eines der Opfer ist nämlich eine ehemalige Freundin aus gemeinsamen Teenagerzeiten. Die Details hat der Autor in seiner ganzen Brutalität beschrieben. Die Handlung wird aus drei verschiedenen Perspektiven (Tara, Opfer, Täter) im Wechsel erzählt.
In unregelmäßigen Abständen lesen wir aus dem Tagebuch einer Figur, die in Ich-Form über ihre Entwicklung vom Kindesalter bis in die Zeit vierunddreißig Jahre danach erzählt. Was dort steht, ist verstörend und abstoßend gleichermaßen. Die Einträge sind geschickt platziert, um die Spannungskurve zu erhöhen.
In kurzen Kapiteln erfährt man einiges über die Psyche des Täters. Er liebt das Umwerben, den Tod und die Aufbereitung seiner Opfer, wie er es nennt. Er sehnt den Moment herbei, ab dem eine Frau für immer schweigt. Wie meist in solchen Fällen ist der Ursprung des Handelns in der Kindheit eines Psychopathen zu finden.
Wie krank muss ein Mensch sein
Menschliche Abgründe tun sich auf, wenn man diesen Thriller liest. »Rote Schuhe« und das »Tanzen« haben einen starken Bezug zur Handlung. So gesehen ist das ein innovativer Ansatz von Haller, der diese Attribute schonungslos in seine Handlung mit einbezieht. Es werden falsche Spuren gelegt, um die Aufklärung hinauszuzögern. Die hält dann doch einige Überraschungen parat. Das Motiv des Täters wird dabei nachvollziehbar und es ist klar, dass nur eine gestörte Psyche zu so etwas fähig sein kann.Fazit
So wie das Märchen »Die roten Schuhe« von Hans Christian Andersen gibt es eine Reihe von Märchen, die grausam sind und nicht selten mit dem Tod enden. Was haben sich die Kinderbuchautoren nur dabei gedacht – wenn die Inhalte auch deren Fantasie entsprungen sind?
Etwas weniger Fachchinesisch für Laien wäre angebracht gewesen. Beispielsweise hätte man anstelle von daktyloskopischen Spuren den eher bekannten Begriff Fingerabdruckverfahren verwenden können. Das ist für Nicht-Kriminalisten sicher verständlicher.
Rezensionstext: © V. Kaiser; Die Szene aus dem Märchen »Die roten Schuhe« von H.C. Andersen wurde mit KI generiert


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