Montag, 22. Juni 2026

Haller, Elias – Das Zodiak-Kind

Über den Autor

Elias Haller wurde 1977 geboren. Er lebt, arbeitet und schreibt in Chemnitz. Den Zündstoff für seine packenden Thriller bezieht er aus seiner beruflichen Erfahrung mit Rechtsbrechern und deren Opfern. Seine Leidenschaft fürs Schreiben ermöglicht es ihm, (kaltblütige) Mörder und (tragische) Helden aufeinander loszulassen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. 2015 veröffentlichte er seinen ersten Thriller »Tod und tiefer Fall«. Der Roman erreichte sofort die Spitze der Amazon-Kindle-Charts. Unter dem Pseudonym Nicholas Vega hat er mehrere Fantasy-Bestseller geschrieben.


Das Zodiak-Kind


Autorin: Elias Haller
Titel: Das Zodiak-Kind (Arne-Stiller-Thriller 9) 
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 12. Mai 2026
Seitenzahl: 421
Verlag: Edition M Amazon Selfpublishing
Preis: 11,99 € (Taschenbuch); 4,49 € (E-Book)

Meine Bewertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (Score 93/100)

 

Ein Lost Place hütet ein grauenvolles Geheimnis

Die Villa Lunaris steht seit Jahrzehnten leer und gehört niemandem mehr. Sie ist dem Verfall preisgegeben. Drei Jungs wollen diesen Lost Place trotz Warnung erkunden und erschrecken sich dabei fürchterlich, da sich offensichtlich jemand in der Villa befindet und sie verfolgt.

Die Eltern der Jungs benachrichtigen die Polizei. Die entdecken bei näherer Betrachtung insgesamt elf Ölgemälde an den Wänden. Alle Bilder sind fast identisch. Sie stellen ein blondes Kind mit Latzhose dar, den Rücken zum Betrachter hingewendet. Es spielt mit Bauklötzchen. Elfmal das gleiche Kind. Später wird man erfahren, dass es um ein ganz bestimmtes Kind geht. Elfmal verschiedene Klötzchen mit Zahlen und Buchstaben beschriftet. Die Gemälde erzeugen gleich zu Beginn eine rätselhafte und düstere Grundatmosphäre.

Eine grauenvolle Entdeckung

Da sich ein Bild von der Wand gelöst hat, kommt eine eingemauerte Leiche zum Vorschein. Bei der Abnahme der übrigen Bilder von der Wand werden weitere Leichen entdeckt. Insgesamt neun tote Menschen, teils männlich, teils weiblich. Sie wurden alle Post Mortem eingemauert. Das Freilegen der teilweise mumifizierten Leichen stellt einen erheblichen Aufwand dar, um keine möglichen Hinweise und Spuren zu vernichten.

Ein Kryptologe soll das Rätsel lösen

Es gibt mysteriöse Hinweise und Merkmale, die entschlüsselt werden müssen, um der Lösung näher zu kommen. Dazu gehört eine eingemauerte Armprothese, Konservengläser ohne Deckel mit erloschenen Grablichtern und Skelettteilen von Kleintieren. In erster Linie sind es aber die beschrifteten Bauklötzchen auf den Gemälden, die auf jedem Bild anders angeordnet sind. Sie könnten Aufschluss darüber geben, um was es hier geht. Da Kriminalhauptkommissar Arne Stiller Kryptologe ist – eine Wissenschaft, die sich mit der Ver- und Entschlüsselung von Informationen beschäftigt – wird er zur Aufklärung hinzugezogen. Steckt eine Botschaft hinter den unterschiedlich beschrifteten und angeordneten Bauklötzchen? Und wenn ja, welche? Das soll er herausfinden.

Es tauchen weitere Opfer auf und der Täter scheint noch lange nicht am Ende zu sein. Es wird ihn wütend machen, dass er sein Werk nicht wie geplant, in der Villa Lunaris zu Ende bringen kann. Die Zeit drängt und den Ermittlern läuft die Zeit davon.

Für Stiller ist es bereits der 9. Fall. Er und sein Vorgesetzter Kriminalhauptkommissar Hoheneck sind ein eingespieltes Team, das sich gut versteht und harmoniert. Trotzdem ist Stiller vom Charakter her eigenwillig und ein Sturkopf. Auch die Pathologin und Stillers Partnerin Dr. Martina Schweitzer hat es nicht immer leicht mit ihm.

Rückblicke bringen Klarheit

Sehr wirkungsvoll sind sechs Kapitel mit der Überschrift »Rückblick« verteilt über die Handlung eingestreut. Dabei beginnt alles mit einem Ferienlager vor dreißig Jahren in einem Schullandheim in Oberwartha/Dresden. Die Erzieherin Marla Dreier bringt den Kindern ein Rollenspiel bei, das deren nachfolgendes Leben begleiten wird. Die Gruppe gab sich den Namen Zodiakus (deutsch: Tierkreis). Es gibt gewisse Regeln. Jeder bekommt sein Sternzeichen analog dem Geburtsdatum zugeordnet. Da es insgesamt zwölf Tierkreiszeichen (Sternzeichen) gibt, dürfen zwölf bleiben und der Rest ist außen vor. Die alten Griechen glaubten, dass die Sterne unser Leben bestimmen.

Eine offensichtliche Lösung des Falles wäre zu einfach gewesen. So hat der Autor mit einem ganz starken Plot-Twist zum Ende hin für eine Überraschung gesorgt. Nie hätte man einen Menschen für solche abscheulichen Taten in dem Personenkreis vermutet, in dem er sich bewegt. Wie bei einem Geständnis erfahren wir die Hintergründe. Verletzte Gefühle, Demütigung, Zorn und Rachsucht waren die Antriebsfedern hierfür. Trotz allem muss man hierbei die Verhältnismäßigkeit hinterfragen.


Fazit

Elias Haller, selbst Polizeibeamter, ist nach eigener Aussage ein leidenschaftlicher Schriftsteller. Wie man es in seinen Büchern gewohnt ist, hat er auch hier viel Fachwissen in den Text mit eingebracht. Small-Talks zwischen den Zeilen wirken auflockernd, weniger Detailversessenheit wäre angebracht. Als kleiner Kritikpunkt sei hier angemerkt, dass er es manchmal mit dem Fachchinesisch übertreibt. Nicht jeder wird bspw. wissen, was man unter einer Hyperkaliämie (lebensgefährliche Elektrolytstörung versteht, bei der die Konzentration von Kalium im Blut erhöht ist).
Das Buch ist in insgesamt vier Teile aufgeteilt. Diese Aufteilung ist nicht nur ein formales Stilmittel, sondern wirkt sich unmittelbar auf den Spannungsaufbau aus. Neue Perspektiven und Geheimnisse kommen mit jedem Teil hinzu. Hallers Schreibstill und sein Setting können überzeugen. Kurze Kapitel, häufige Wechsel zwischen zwei Zeitebenen, die Parallelen aufweisen und irgendwann zusammengeführt werden. 
Der Leser wird durch falsche Fährten häufig in die Irre geführt, was die Spannung steigen lässt.
 
Quellenangaben
Text über den Autor: www.eliashaller.com
Rezensionstext: © V. Kaiser; Das Bild mit dem Kind und den Bauklötzchen wurde mit KI generiert

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen