Über die Autorin
Petra Johann, Jahrgang 1971, ist promovierte Mathematikerin. Sie arbeitete mehrere Jahre in der Forschung und in der Softwarebranche, bevor sie ihre wahre Berufung fand: Menschen umbringen – wenn auch nur auf dem Papier. Damit ihrer Fantasie bei neuen Projekten keine Grenzen gesetzt sind, schreibt Petra Johann keine Serien. Ihre Kriminalromane und Thriller sind Einzelstücke mit wechselndem Personal, in denen es um Themen geht, die Petra Johann faszinieren. Nach Lebensstationen in NRW und Bayern lebt und schreibt Petra Johann mittlerweile in Niedersachsen.
Wem du traust
Kategorie: Kriminalroman
Ort der Handlung: Irgendwo in Deutschland
Erstausgabe: Paperback mit Klappentext (12/25; 428 S.)
Schlagworte: Häusliche Gewalt, Vermisst, Red Flags, Cold Case
Meine Bewertung: ⭐️⭐️⭐️/5
Wenn der Schein trügt
Wir lernen eine nahezu perfekte Familie kennen. Eva Kramer, ihren Mann Daniel und der gemeinsame fünfjährige Sohn Linus. Sie leben glücklich und in Harmonie in einem Neubaugebiet am Stadtrand. Eines Abends sind Eva und Daniel bei einer Geburtstagsparty eingeladen und die Babysitterin Sofia Ziemiak passt auf den kleinen Linus auf. Sofia ist die Tochter von Evas bester Freundin Susanne.
Nach der Rückkehr der Kramers fährt Daniel Sofia nach eigener Aussage nach Hause, wo sie aber nie ankommt. Die Fassade dieser scheinbar glücklichen Familie beginnt langsam abzubröckeln.
Die fünfzehnjährige Sofia ist sehr introvertiert. Sie pflegt keine sozialen Kontakte und hat weder Freunde in der Schule noch außerhalb. Das Handy benutzt sie nur zum Fotografieren. Zu den Aktivitäten auf ihrem Laptop kann ihre Mutter bei der Befragung durch die Polizei nichts sagen.
Risse in der Beziehung
Es bleibt unklar, was mit Sofia geschehen ist. Ist sie weggelaufen, wurde sie entführt oder ist sie vielleicht Opfer von Cyber-Grooming (Anbahnung sexueller Kontakte über das Internet) geworden? Lebt sie noch?
Unzertrennlich
Was verschweigt Daniel Kramer
Die Nerven liegen blank
Sinnvolle Unterteilung
Die dritte Ebene widmet sich der Ermittlungsarbeit durch die Polizei. Diese beschränkt sich nicht nur auf die Suche nach der vermissten Schülerin Sofia, sondern richtet sich auch auf einen zurückliegenden Mord von vor fünfzehn Jahren an einer Schülerin. Gibt es hier Gemeinsamkeiten mit dem aktuellen Vermisstenfall? Das hat die Autorin alles geschickt miteinander verknüpft.
Was am Ende steht
Das Sprichwort »Trau, Schau, Wem« ist eine zeitlose Mahnung zur Vorsicht. Es kommt hier sehr gut zum Ausdruck. Es erinnert daran, nicht jedem Menschen und jeder Situation blind zu vertrauen, sondern sich ein eigenes Bild zu machen und genau hinzusehen.
Fazit
Der Schreibstil ist flüssig und leicht verständlich. Die Verhaltensweisen der verschiedenen Figuren und deren Charaktere mit ihren Stärken und Schwächen herauszuarbeiten, spricht für die Autorin. Die Kapitel sind überwiegend kurzgehalten und enden mit einem Cliffhanger, um die Auflösung einer Situation zu verzögern.
Es gibt Längen in den Erzählungen (Bsp.: Lagebesprechungen bei der Polizei), die die Spannung des Öfteren ausbremsen.
Es werden immer wieder neue Figuren erwähnt, die in Erscheinung treten. Da sie für den Handlungsablauf nicht wichtig sind, verschwinden sie genauso schnell wieder in der Bedeutungslosigkeit.
Text über die Autorin: Homepage von Petra Johann
Buchcover: Bildrechte gehören dem jeweiligen Verlag

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