Über die Autorin
Catherine Shepherd wurde 1972 mit ihrem bürgerlichen Namen Katrin Schäfer geboren und lebt mit ihrer Familie in Zons am Rhein. Sie hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Gießen studiert und nach Ihrem Abschluss als Diplom-Ökonomin in einer Düsseldorfer Bank gearbeitet.
Sie gehört zu den erfolgreichsten Thriller-Autoren Deutschlands. Ihre Bücher erreichen regelmäßig Spitzenplätze in den Bestsellerlisten. Aufgewachsen in Berlin und heute ansässig in dem kleinen mittelalterlichen Städtchen Zons schreibt Catherine Shepherd an drei verschiedenen Reihen. Ihre Zons-Thriller sind für die zwei Zeitebenen bekannt, in denen sie spielen. In der zweiten Reihe ermittelt Laura Kern vom Landeskriminalamt Berlin in besonders schwerwiegenden Fällen. Ihre dritte Reihe ist geprägt durch die Kölner Rechtsmedizinerin Julia Schwarz, die in ihrem Institut auch Eislady genannt wird.
Meine tote Schwester
Autorin: Catherine Shepherd
Titel: Meine tote Schwester
Genre: Psychothriller
Erscheinungsdatum: 16. April 2026
Seitenzahl: 399
Verlag: Kafel
Verlag
Preis: 16,99 € (Paperback); 2,99 € (E-Book)
Meine Bewertung: ⭐️⭐️⭐️ (Score 60/100)
Zu Beginn vermisst man Spannung
Eine Villa mit gruseliger Vergangenheit
Es geht in erster Linie um Charlotte, Mia, Lisa und Lukas. Mias Schwester Jasmin ist vor zehn Jahren in einer Villa gegenüber von ihrem Haus ums Leben gekommen. Sie soll sich im ersten Stock gegen ein morsches Geländer gelehnt haben und dabei in die Tiefe gestürzt sein. Dieses alte, seit elf Jahren leerstehende Haus gehörte ursprünglich einem Psychiater. Dr. Schenkenberg soll in seinem Wahn Experimente an Frauen durchgeführt haben, die tödlich endeten. Erst als seine Ehefrau verschwand, wurde die Polizei misstrauisch. Verhaftet wurde er nie, da er plötzlich von der Bildfläche verschwunden war.Mia ist heute sechszehn Jahre alt, genauso alt wie ihre Schwester damals. Sie hat von ihrer Mutter striktes Verbot, diese Villa zu betreten. Flashbacks sorgen dafür, dass sie ihre tote Schwester Jasmin immer wieder am Fenster im ersten Stock der Nachbarsvilla sieht. Sie hat Albträume, die mit der Zeit zunehmen und ist deswegen in psychiatrischer Behandlung. Das erklärt das Verbot ihrer Mutter.
Ist Nora wirklich eine fürsorgliche Mutter
In einem anderen Handlungsstrang geht es um Lukas und seine Mutter Nora. Der sechszehnjährige Lukas soll seine Freundin getötet haben. Lukas gilt offiziell als unschuldig. Es soll ein Unfall gewesen sein, allerdings glaubt er selbst nicht daran. Er kommt schnell in Rage. Schon als Kleinkind hat ihn die Wut gepackt, wenn etwas gegen seinen Strich ging. Dann hat er sein Spielzeug mutwillig zerstört.Da es ständig Anfeindungen gegen ihn in der Schule gibt, will seine Mutter Nora unbedingt aus Hamburg wegziehen. Es ist merkwürdig, dass sie sich nicht sicher ist, ob Lukas am Tod einer Mitschülerin unschuldig ist. Will sie nur wegen ihrem Sohn Hamburg schnellstmöglich verlassen, oder steckt mehr dahinter?
Da kommt es Nora wie gerufen, dass ihr eine befreundete Maklerin ein Haus sechshundert Kilometer von ihrem jetzigen Zuhause entfernt anbietet. Die Fotos und der Kaufpreis überzeugen Nora und so muss sie nicht lange überlegen und kauft es, ohne das mit ihrem Sohn abzusprechen. Aber der will partout in Hamburg bleiben wegen einem Mädchen. Doch letztlich kann sie ihn von der Notwendigkeit eines Umzugs überzeugen. Ab diesem Zeitpunkt laufen beide Handlungsstränge zusammen. Sie hat keine Ahnung davon, was diesem Haus für ein schauriger Ruf vorauseilt. Da es schon seit geraumer Zeit leer steht, wird dieser Lost Place immer wieder von Jugendlichen genutzt, um dort gruselige Inszenierungen zu filmen und die Videos online zu stellen. Plötzlich ist Charlotte verschwunden, Mias beste Freundin.
Figuren ohne Tiefgang und Sympathie
Die meisten Figuren bleiben eher blass. Mia, Charlotte und Lisa kennen die Vorgeschichte von Lukas. Trotzdem nehmen sie ihn ohne große Vorurteile auf, und er kann sich schnell integrieren. Aber richtig Sympathie kann man für keinen der Genannten empfinden. Auch die Figur von Nora wirkt aus meiner Sicht nicht überzeugend in ihrer Rolle als Mutter. Sie lässt sich sehr schnell auf jemanden ein, ohne ihn näher zu kennen, und sie hat ein Alkoholproblem. Als sie merkt, dass sie den Boden unter den Füßen verliert, bittet sie ihren Vater um Hilfe. Kaum ist dieser angekommen, hat sie das Gefühl, die Kontrolle völlig zu verlieren.Die Auflösung war so nicht zu erwarten
Ein Spannungsaufbau kommt nur langsam zustande. Zwei Episoden aus der Vergangenheit werden lediglich mittelbar in die Handlung eingebunden. Da ist zum einen der Tod von Jasmin vor elf Jahren und zum anderen die verstörende Vergangenheit von Lukas. Zumindest wird beides zu einem späteren Zeitpunkt aufgeklärt, was einige Überraschungen parat hält. Polizeiliche Ermittlungsarbeit spielt eher eine untergeordnete Rolle.Der Plot lässt keine klare Struktur erkennen. Während sich der Handlungsstrang über einen langen Zeitraum immer in der gleichen Ebene befindet, kommt irgendwann zum Ende hin ein einziges kurzes Kapitel aus der Sicht des Täters. Es folgt ein Zeitsprung einige Tage zurück gefolgt von einigen Tagen später. Das hätte man meines Erachtens besser in die gesamte Handlung einbinden und vertiefen können.
Im weiteren Verlauf gibt es dann doch einige Twists, die für Verwirrung und Spannung in der Handlung sorgen. Ein überraschender Plot-Twist am Ende entlarvt den Täter und die Hintergründe. Allerdings hat das für mich nicht ausgereicht, um diesen Thriller auf einen höheren Level zu heben.
Fazit
Unter dem Strich hatte ich mir aber mehr von diesem Buch erhofft. Manch einer mag es anders sehen, aber ich war alles in allem etwas enttäuscht. Ich würde das Buch mehr in der Zielgruppe Jugendthriller verorten, wenn es durchaus auch von Erwachsenen gelesen werden kann.
Wenn ich an andere Bücher denke, in denen Teenager die Hauptrolle spielen, wie z.B. J.C. Tudor (Der Kreidemann) oder C. Morton (Deep Sleep 1-3), kann »Der Tod meiner Schwester« am wenigsten punkten. Wenn es auch unterschiedliche Genres sind.
Text über die Autorin: https://www.catherine-shepherd.com
Rezensionstext: © V. Kaiser; Die KI-generierte Darstellung zeigt eine Szene aus dem Buch


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