Samstag, 9. Mai 2026

Calden, Saskia – Ein dunkles Versteck

Über die Autorin

Saskia Calden wurde 1977 im Berchtesgadener Land geboren. Ihre Leidenschaft für das Schreiben und Erzählen von Geschichten entstand schon in der Kindheit. Seit eine ihrer Kurzgeschichten dem Nachbarsjungen eine schlaflose Nacht bescherte, war ihr Eifer geweckt. Ihr Debüt »Der stille Feind« wurde für den Deutschen Selfpublishingpreis nominiert. Ihr zweiter Psychothriller »Die Rachsüchtige« landete auf Platz 1 der Amazon-Kindle-Bestsellerliste – ebenso wie »Der Puppenwald«, der 2024 erschienene erste Band der Evelyn-Holm-Thrillerserie. Ihre Thriller standen mehrere Wochen auf Platz 1 der Amazon Kindle-Charts und überzeugten hunderttausende Leser mit einer komplexen Story zum Miträtseln, unerwarteten Wendungen und emotionalem Tiefgang.


Ein dunkles Versteck


Autorin: Saskia Calden
Titel: Ein dunkles Versteck
Genre: Thriller, Psychothriller
Erscheinungsdatum: 31. März 2026
Seitenzahl: 399
Verlag: Edition M Amazon Selfpublishing
Preis: 11,99 € (Taschenbuch); 4,49 € (E-Book)

Meine Bewertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️ (Score 86/100)


Evely Holm ermittelt wieder

Das ist bereits der vierte Fall mit der Freiburger Kriminalhauptkommissa-rin Evelyn Holm. Die meisten Figuren kennt man bereits aus den drei vorhergehenden Bänden der Reihe. Neu hinzu gekommen ist die junge Kollegin Dorothea Stevens. Es rumort im Team. Mit Hannes hatte Evelyn schon vor seiner Elternzeit Probleme. Jetzt behauptet er gegenüber der neuen Kollegin, dass sich Evelyn bei ihrem Vorgesetzten Gersthof eingeschleimt hat und alle im Team kleinhält. Aber zwischen Gersthof und Holm stimmt die Chemie ebenfalls nicht. In dem aktuellen Fall wirkt Evelyn leider nicht so souverän, wie man es von ihr kennt.

Das Verhalten der neuen Kollegin ist mehr als merkwürdig. Dora ist zwar eifrig und wissbegierig, aber es fällt schwer, sie einzuschätzen. Sie kennt Dinge aus Evelyns Vergangenheit. Warum interessiert sie das und wo hat sie die Informationen her? Das wird zu keinem Zeitpunkt aufgelöst!

Einen schmalen Wulst, der sich über die Innenseite ihres Handgelenkes zieht, versucht sie zu verbergen. Könnte das ein Indiz für einen Suizidversuch sein? Letztlich öffnet sich Dora gegenüber Evelyn und erzählt ihr, dass sie Angst vor einer Person hat, die sie vielleicht findet. Ein interessanter Cliffhanger, auf dessen Auflösung man in einem weiteren Band gespannt sein darf.

Eine grausame Entdeckung

Der neue Fall beginnt mysteriös. Auf dem Kandel (höchste Erhebung im Mittleren Schwarzwald) wird eine übel zugerichtete und verstümmelte Frauenleiche gefunden. Der Zustand der Leiche deutet darauf hin, dass es sich um einen sadistisch motivierten Mord handelt. Den einzigen Anhaltspunkt, den die Spurensicherung findet, ist ein geflochtenes Lederarmband.

Drei Frauen, drei verschiedene Perspektiven

Aus einer anderen Perspektive lernen wir Isabell kennen. Im Supermarkt spricht sie ein ihr unbekannter Mann an und führt seltsame Dialoge mit ihr. Er ist aufdringlich und lässt sich nicht abschütteln. Auch in den kommenden Tagen und Wochen wird sie immer wieder mit seiner Anwesenheit konfrontiert. Er schleicht um ihr Haus und erscheint in dem Bistro, wo Isabell arbeitet. Er stalkt sie und lässt auch nicht locker.

Isabell ist glücklich verheiratet mit Gabriel. Sie fühlt sich in gewisser Weise emotional abhängig von ihm. Gabriel sieht es offensichtlich anders, wie seine außerehelichen Liebschaften zeigen. Er belügt seine Frau, wenn er ihr die Gründe seiner Abwesenheit von zu Hause nennt. Irgendwann erfährt Isabell davon. Sie ist verletzt, aber will für ihre Liebe kämpfen. Trotzdem kann man aufgrund ihres Verhaltens keine Sympathie für sie empfinden.

Die Perspektiven wechseln häufig zwischen Kapiteln, die mit Evelyn, Isabell und Katalina überschrieben sind. Diese Figuren erzählen jeweils in der Ich-Form. Katalina ist eine junge Studentin, die seit geraumer Zeit vermisst wird. Sie wird in einem dunklen Versteck gefangen gehalten und was mit ihr geschieht, ist ein unfassbar grausames Martyrium. Gibt es Verbindungen zwischen der Toten vom Kandel sowie der vermissten Katalina Hess und dem Stalkingopfer Isabell Walbaum?

Wer ist der wahre Täter?

Es gibt Hinweise auf mögliche Täter. Die Ermittlungen laufen jedoch schnell ins Leere. Entweder hat man keine Beweise oder es gibt stichhaltige Alibis. Was die Ermittlungen ergeben, steht einen Tag später in der Presse. Ein Reporter von der Zeitung erwähnt Evelyn gegenüber sogar, dass die Informationen von ihr selbst stammen. Wer treibt so ein falsches Spiel? Gibt es einen »Maulwurf« bei der Polizei – vielleicht sogar im Team von Evelyn?

Ein entscheidender Hinweis

Ein Zeuge, der eine wichtige Beobachtung gemacht hat, bringt den entscheidenden Hinweis. Ein unvorhersehbarer Plot-Twist führt schließlich auf die Spur des Täters. Dass der schon ca. 80 Seiten vor dem Ende des Buches entlarvt wird, fand ich definitiv zu früh. Die Spannung wird danach lediglich auf die Überführung des Täters projiziert. Das Setting kann man sicher so aufbauen und ist letztlich eine Geschmackssache.


Fazit

Der Thriller ist düster und atmosphärisch. Die Erzählstruktur ist gut durchdacht. Saskia Calden gehört zu den Autorinnen und Autoren, die es verstehen, gleich zu Beginn Spannung aufzubauen. Die Schreibweise ist flüssig, packend und die Handlung lässt einem beim Lesen durch die Seiten »fliegen«.
Häufige Perspektivwechsel durch die drei Ich-Erzählfiguren Evelyn, Isabell und Katalina enden an den Kapitelenden mit einem Cliffhanger. Die Fortsetzung erfolgt jeweils zügig. Die Figuren als solches sind authentisch beschrieben.
Calden erklärt Handlungen zwischen den Zeilen, die einen fiktiven Thriller mit realen Sachverhalten vergleichen. Das Thema Stalking wird sehr tiefenpsychologisch und realistisch beschrieben. 
Wenn man sich für diese Reihe interessiert, sollte man sie von Anfang an lesen. Sie beginnt mit Band 1 »Der Puppenwald«. Nur so hat man einen Überblick, wie sich die Historie der Figuren seitdem entwickelt hat. Die Fälle als solches sind in sich abgeschlossen.
 
Quellenangaben
Text über die Autorin: Innenseite, Homepage © Saskia Calden, 2026
Rezensionstext: © V. Kaiser; KI-generiertes Foto

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