Über die Autorin
Ursula Poznanski wurde im Oktober 1968 in Wien geboren, wo sie auch heute mit ihrer Familie lebt. Die ehemalige Medizinjournalistin ist eine der erfolgreichsten Autorinnen deutscher Sprache. Für ihren Thriller »Erebos« erhielt sie 2011 den deutschen Jugendliteraturpreis der Jugendjury. Mit ihren Jugendbüchern und Thrillern für Erwachsene ist sie Jahr für Jahr ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Ihre begeisterte Leserschaft hat ihr zu einer deutschen Gesamtauflageauflage von bereits über fünf Millionen Exemplaren verholfen.
Das Signal
Autorin: Ursula Poznanski
Titel: Das Signal
Genre: Psychothriller
Erscheinungsdatum: 02. Februar 2026
Seitenzahl: 400
Verlag: Droemer Knaur
Preis: 24,00 € (Gebundenes Buch)
Meine Bewertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️/5
Ein Unfall und die Folgen
Wenn man zwischen den Zeilen genau liest, erfährt man, dass Viola irgendein Geheimnis aus der Vergangenheit mit sich herumträgt. Trotzdem kommt es lange nicht klar zum Ausdruck, was hinter der Geschichte steckt. Menschliche Abgründe treten dabei zum Vorschein.
In diesem Buch geht es in erster Linie um Viola, die die Geschehnisse aus ihrer Sicht erzählt. Diesen Psychothriller kann man dem Subgenre Domestic Noir zuordnen. Ort der Handlung ist überwiegend das Haus
Merkwürdiges Verhalten
Nach ihrem Krankenhausaufenthalt ignoriert Adam alle Wünsche von Viola, die unbedingt ihre Mobilität wieder gewinnen will. Er stellt eine Pflegerin ein, ohne das mit ihr abzusprechen. Otilia lässt Viola praktisch nicht aus den Augen, damit sie nichts eigenständig unternehmen kann. Der Rollstuhl ist Violas Gefängnis. Ihre Krücken sind plötzlich verschwunden. Adam möchte auch nicht, dass Viola Kontakt mit Physiotherapeutinnen und Orthopädietechnikerinnen für eine Prothese aufnimmt.Er hat auch keine Eile, die Renovierungsarbeiten im Haus voranzutreiben. U.a. fehlt ein Treppengeländer, so dass es Viola unmöglich ist, in den ersten Stock zu gelangen. Man wird das Gefühl nicht los, dass Adams Besorgnis um das Wohlergehen seiner Frau aufgesetzt ist und dass er es nicht ehrlich meint.
Eine Behinderung und ihre Folgen
Wie kann sich ein Unfall in Verbindung mit dem Verlust eines Körperteils auf die Psyche eines Menschen auswirken? Die Mobilität ist eingeschränkt, und plötzlich ist nichts mehr so, wie es vorher war. Das wird bei Viola sehr deutlich. Sie will unbedingt zurück in ihre Selbstständigkeit. Sie misstraut allen Personen in ihrer unmittelbaren Nähe. In erster Linie ihrem Ehemann und ihrer Pflegerin Otilia. Sie liebt Adam nach wie vor und wünscht sich, dass alles wieder so wird wie vor ihrem Unfall. Mit fortschreitender Dauer verliert sie aber immer mehr die Hoffnung.Ein Thriller am Puls der Zeit
Der Thriller beschäftigt sich mit aktuellen Themen wie Online-Technik und Kryptowährung. Viola bestellt Mini-Tracker im Internet. Diese Tracker spielen ebenso eine zentrale Rolle wie das digitale Tauschmittel.Es verschwinden immer wieder Dinge aus Violas Reichweite. Aber sie möchte nicht nur diese Dinge tracken, sie will auch ihren Mann und die Pflegerin kontrollieren. Ihrem Mann Adam traut sie schon lange nicht mehr und findet anhand des Trackings heraus, dass er sie belügt. Die heimliche Ortung von Ehepartnern per Tracker ist in der Regel nicht erlaubt und kann zu rechtlichen Konsequenzen führen. Ob sich Viola dessen bewusst ist? Sie begegnet Romy und Marit, einst ihre besten Freundinnen, nicht mehr ohne Vorbehalte. Sie trackt Marit ebenfalls, da sie das Gefühl hat, dass diese ein Verhältnis mit Adam hat.
Ein Setting, das nicht immer überzeugt
Das Setting konnte mich nicht ganz überzeugen. Wir springen nach über zwei Dritteln aus der Gegenwart zurück ins Jahr 2016, um etwas Entscheidendes über Violas Vergangenheit zu erfahren. Man hätte den Aufbau besser strukturieren und in zwei Zeitebenen aufteilen können. Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, die Geschehnisse aus dem Jahr 2016 als Prolog an den Anfang der Geschichte zu setzen.Fazit
Die Kapitel sind in einer angenehmen Länge geschrieben und gehen ohne Cliffhanger ineinander über. Das ist auch der Tatsache geschuldet, dass man fast immer in der gleichen Zeitebene bleibt, wobei Hinweise aus der Vergangenheit bis auf eine Ausnahme in die Gegenwart eingeflochten werden.Abgesehen von dem Ende ist es eher ein ruhiger, aber durchaus lesenswerter Psychothriller. Vor der Aufklärung zieht die Spannungskurve an und man wird das Gefühl nicht los, dass Poznanski die Lösung schnell und kompakt herüberbringen will. Das Ende konnte man so nicht unbedingt erwarten. Man stellt sich die Frage, wer ist hier Opfer und wer der Täter? Das überrascht zwar auf der einen Seite, trotzdem wirkt einiges konstruiert.
Die Einschränkungen einer Person mit Behinderung verbunden mit der schrittweisen Rückkehr in ein halbwegs normales Leben werden hier ausführlich und nachvollziehbar beschrieben. Für Leser, die Domestic Noir lieben, ist dieses Buch zu empfehlen.
Text über die Autorin:
Klappentext Paperback © 2026 Goldmann Verlag; de.wikipedia.org
Rezensionstext:
© V. Kaiser

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